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Vier Alternativen zum Dispokredit – so entgehen Sie den hohen Zinskosten

Der Dispositionskredit zählt zu den wenigen Kreditarten, die auch in der Niedrigzinsphase kaum günstiger für Kunden geworden sind. Nach wie vor veranschlagen die Banken einen Dispozins von durchschnittlich 9,5 Prozent pro Jahr. Bei einem durchschnittlichen Sollsaldo auf dem Girokonto von beispielsweise 4.000 Euro bedeutet dies eine jährliche Zinsbelastung von fast 400 Euro. Dabei haben Kontoinhaber einige Möglichkeiten, den hohen Dispozinsen zu entkommen. Was Sie als Inhaber eines Girokontos und bisheriger Nutzer eines Dispositionskredites tun können, das erfahren Sie in unserem Beitrag.

Alternativen zum Dispokredit

Warum sind die Dispozinsen so hoch?

Warum verharren die Dispozinsen eigentlich trotz der niedrigen EZB-Leitzinsen nach wie vor auf einem so hohen Niveau? In aller Regel lautet die Antwort der Banken, dass für die Inanspruchnahme des Kreditrahmens Geld vorgehalten werden müsse, welches wiederum als Guthaben bei der EZB mittlerweile Strafzinsen kostet.

Zudem sei der Dispositionskredit sehr flexibel und jederzeit abrufbar. Als dritter Grund wird häufiger genannt, dass sich die Bank mit dem höheren Zins gegen Ausfälle schützen und eventuelle Kreditausfälle kompensieren möchte. Gerade dieser letzte Punkt ist allerdings nicht wirklich nachvollziehbar, denn statistisch betrachtet liegt die Ausfallquote beim Dispositionskredit unter fünf Prozent. Als Bankkunde haben Sie glücklicherweise mehrere Möglichkeiten, den hohen Dispozinsen zu entkommen.

Diese Maßnahmen können Sie ergreifen – ein Überblick

In unserem Beitrag möchten wir auf verschiedene Maßnahmen eingehen, die dazu dienen, zukünftig nicht weiter die relativ hohen Dispozinsen zahlen zu müssen. Ihnen stehen vier Möglichkeiten offen, die je nach Situation passend sind:

  • Umschuldung in einen Ratenkredit
  • Bank wechseln
  • Kürzungskredit nutzen
  • Umschuldung in einen Abrufkredit

Diese vier Alternativen können Ihnen dabei helfen, zukünftig Zinsen einzusparen. Die beste Methode wäre natürlich, den Dispositionskredit tatsächlich nur dann zu nutzen, wenn keine sinnvolle Alternative existiert. Vielfach ist dies allerdings nicht der Fall, denn eine große Anzahl von Kontoinhabern nimmt den Dispositionskredit schon über Jahre in Anspruch, was eigentlich für diese Darlehensart nicht vorgesehen ist.

1. Umschuldung in einen Ratenkredit

Insbesondere bei längerfristiger Inanspruchnahme eines Kredits, eignet sich die Umschuldung in einen Ratenkredit, um die Zinsbelastung durch den Dispositionskredit zu reduzieren. Der große Vorteil von Ratenkrediten besteht darin, dass diese vom Zinssatz her erheblich günstiger als der Dispositionskredit sind. Sinnvoll ist eine solche Umschuldung vor allem dann, wenn Sie Ihren Dispositionskredit ohnehin schon seit Jahren und dazu noch in größerem Umfang in Anspruch nehmen. Wenn Sie also Ihren Dispositionskredit seit mindestens einem Jahr im Rahmen von mindestens 3.000 Euro (durchschnittlicher Sollsaldo) beanspruchen, ist die Umschuldung in einen Ratenkredit definitiv eine sehr empfehlenswerte Maßnahme.

Eine solche Umschuldung geht in der Praxis relativ einfach vonstatten und beinhaltet lediglich die folgenden Schritte:

  1. Ratenkredit Vergleich durchführen
  2. Ratenkredit bei der ausgewählten Bank beantragen
  3. Darlehenssumme wird nach Genehmigung auf Ihr Girokonto überwiesen
  4. Ausgleich des Sollsaldos durch Darlehensauszahlung
  5. Dispositionskredit löschen lassen

Beim Ratenkredit zahlen Sie aktuell durchschnittlich einen Zins von lediglich etwa fünf Prozent. Besonders günstige Angebote bewegen sich sogar im Bereich von lediglich 1,9 bis 3,9 Prozent, sodass Sie gegenüber dem Dispositionskredit teilweise mehr als acht Prozent im Jahr an Zinsen einsparen können.

2. Angebote vergleichen und Bank wechseln

Eine weitere Möglichkeit, um zukünftig Dispozinsen einsparen zu können, ist ein Bankenvergleich. Zwar ist der Dispozins bei allen Banken relativ hoch, aber die Unterschiede zwischen den Kreditinstituten sind zum Teil drastisch. Relativ teuer sind vor allem die kleineren Banken, wie zum Beispiel einige Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen. Hier lohnt insbesondere ein Vergleich mit den Direktbanken, denn zum Teil wird dort für die Kontoüberziehung ein wesentlich geringerer Zins von beispielsweise 7,9 Prozent verlangt. Damit würden Sie gegenüber den teureren Angeboten am Markt immerhin pro Jahr bis zu fünf Prozent an Zinsen einsparen können.

Der Wechsel der Bank ist immer dann sinnvoll, wenn Sie grundsätzlich an Ihrem Dispositionskredit festhalten möchten. Dies kann zum Beispiel die richtige Entscheidung sein, wenn Sie immer nur kurzfristige Überziehungen in Anspruch nehmen und der Sollsaldo auch selten im Durchschnitt oberhalb von 1.000 oder maximal 2.000 Euro liegt. Vor dem Wechsel der Bank sollten Sie allerdings nicht nur die Dispozinsen vergleichen, sondern auch einen Blick auf die Kontoführungsgebühren werfen. Immerhin soll sich der Bankwechsel von den Kosten her insgesamt lohnen und nicht nur zu geringeren Zinsen führen.

3. Kürzungskredit in Anspruch nehmen und Dispo nach und nach reduzieren

In vielen Fällen wird der Dispositionskredit zwar in Anspruch genommen, aber eigentlich könnte der Kunde seinen Sollsaldo ausgleichen oder zumindest deutlich reduzieren. Vielfach fehlt es einfach an Disziplin – oder der Verfügungsrahmen wird aus Gewohnheit in Anspruch genommen. Für diesen Fall bieten manche Banken einen sogenannten Kürzungskredit als Unterstützung an. Es handelt sich dabei nicht um ein neues Darlehen, sondern stattdessen beinhaltet der Kürzungskredit, dass der Disporahmen Monat für Monat immer weiter reduziert wird.

Wenn Sie beispielsweise einen Dispositionskredit in Höhe von 5.000 Euro haben und einen Kürzungskredit nutzen möchten, können Sie mit der Bank eine stufenweise Reduzierung des Dispos von monatlich 250 Euro vereinbaren. In diesem Fall würde sich der Dispositionskredit um diesen Betrag Monat für Monat reduzieren, sodass die ersten sechs Monate wie folgt aussehen würden:

  • Nach 1 Monat: 4.750 €
  • Nach 2 Monaten: 4.500 €
  • Nach 3 Monaten: 4.250 €
  • Nach 4 Monaten: 4.000 €
  • Nach 5 Monaten: 3.750 €
  • Nach 6 Monaten: 3.500 €

Nach 20 Monaten wäre Ihr Dispositionskredit demzufolge nicht mehr vorhanden und Sie dürften das Girokonto nicht mehr überziehen. Natürlich muss der Kürzungskredit nicht zwangsläufig immer mit dem völligen Aussteuern eines Dispositionskredites enden. Sie könnten mit der Bank ebenso vereinbaren, dass der Dispositionskredit nach und nach so weit reduziert wird, bis nur noch ein Rahmen von beispielsweise 2.000 Euro übrig ist

4. Umschuldung in einen Abrufkredit

Eine wenig bekannte, aber sehr sinnvolle und wirksame Alternative zum Dispositionskredit ist der Abrufkredit. Dieser wird häufig auch als Rahmenkredit bezeichnet und es handelt sich dabei um eine Kreditlinie, die auf einem separaten Darlehenskonto zur Verfügung gestellt wird. Vom Grundprinzip her funktioniert der Abrufkredit genauso wie der Dispositionskredit, nur dass er eben nicht auf dem Girokonto bereitgestellt wird. Gemeinsamkeiten bestehen vor allem darin, dass eine taggenaue Berechnung der Zinsen erfolgt und es sich um einen Kreditrahmen handelt.

Im Unterschied zum Dispositionskredit wird beim Abrufkredit allerdings fast immer eine feste Mindestrückführung vereinbart, beispielsweise zehn Prozent des bereits in Anspruch genommenen Kreditrahmens. Vorteilhaft beim Abrufkredit für den Kunden ist in erster Linie, dass der Zinssatz für gewöhnlich um einige Prozentpunkte niedriger als der Sollzins beim Dispositionskredit ist. Das Problem besteht lediglich darin, dass nicht allzu viele Banken einen Rahmenkredit im Angebot haben. Die Suche nach dem passenden Abrufkredit könnte daher etwas dauern, lohnt sich allerdings aufgrund der zukünftigen Zinsersparnis definitiv.



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